Erprobungsstufe Klasse 5/6

Erprobungsstufe Klasse 5/6

Pädagogische Grundideen – Konzept der Erprobungsstufe

Die Klassen 5 und 6 bilden eine besondere pädagogische Einheit, die sogenannte Erprobungsstufe.In diesen zwei Jahren stellen die Lehrerinnen und Lehrer fest, ob der Schüler/die Schülerin für das Lernangebot und die Unterrichtsmethoden der Realschule geeignet ist. Das Kollegium der Elsa-Brändström-Realschule verständigt sich auf folgende pädagogischen Grundideen:
1. Sanfter Übergang von der Grundschule zur Realschule. Die Schüler kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen von verschiedenen Grundschulen an unsere Schule. Wir holen die Schüler da ab, wo sie sich gerade befinden. Es ist unser Ziel, Schüler zu homogenen Lerngruppen zu integrieren.
Wir führen die Arbeit der Grundschule weiter
2. Wir üben (von vornherein) bestimmte Verhaltensweisen ein, wie sie für die Arbeit in der Realschule notwendig sind (Fachlehrersystem u. a.).
3. Elementare Verhaltensweisen/grundlegende Kenntnisse werden vom Klassenlehrer und den Fachlehrern systematisch und konzentriert eingeübt.
4. Wir erziehen zur Realschulfähigkeit.

Übergang von der Grund- zur Realschule
Der Übergang beginnt schon lange vor dem ersten Schultag.
Beratung von Grundschulen im November (Darstellung der Schulform Realschule)
Beratung bei der Anmeldung im Februar durch den Schulleiter (Kinder sind möglichst bei der Beratung dabei)
Kennenlerntag vor den Sommerferien (16:00 bis 18:00 Uhr)
Das Ziel der Veranstaltung ist der Abbau von Unsicherheit und Ängsten vor der „neuen“ Schule bei Eltern und Schülern.
Begrüßung durch den Schulleiter
Programm mit Aufführungen von Schülern für die „neuen Schüler“
Besichtigung der Schule
Kennen lernen des zukünftigen Klassenlehrers, der zukünftigen Mitschüler, des zukünftigen Klassenraumes, der Fachräume.
Stehcafé für die Eltern
Organisation durch die Klassenlehrer der 5. Klassen.

1./2. Schultag
Einschulung am 1. Tag nach den Sommerferien
An den ersten beiden Tagen nur Unterricht beim Klassenlehrer
Im Vordergrund steht das Kennen lernen der Schule und seiner Umgebung und der Organisation des Schulbetriebs sowie das Kennenlernen der neuen Mitschülerinnen und Mitschüler.

Mögliche Aktivitäten während der ersten Tage:
1./2. Tag max. bis zur 5 Stunde
Einbindung der Paten (aus Klasse 9/10)
Namensschilder anfertigen
Sitzplan erstellen
Stundenplan aufschreiben
Kennenlernspiele
Bücher austeilen
Schulordnung besprechen
Schulweg: Bahnhof – Schule
Verhaltensregeln an der Bushaltestelle, usw.
Orientierung in der neuen Schule
– Klassenraum/Fachräume
– Sekretariat
– Vertretungspläne
– Hausmeister
– Toiletten

Zusammenarbeit mit den Eltern……

……ist ausdrücklich erwünscht!
Die Eltern schaffen Voraussetzungen für konzentriertes und ruhiges Arbeiten.
Die Eltern geben Hilfestellung beim Packen der Schultasche.
Die Eltern zeigen Interesse an schulischen Mitteilungen und nehmen sie zur Kenntnis.
Die Eltern unterstützen die Lehrer bei außerunterrichtlichen Veranstaltungen.
Die Eltern nehmen Möglichkeiten der Schulmitwirkung wahr.
Die Eltern werden in die pädagogische Arbeit mit einbezogen durch die Beteiligung an Projekten und durch die Mitarbeit bei entsprechenden Unterrichtsvorhaben.

Zusammenarbeit mit der Grundschule

Zum Beispiel auf der Erprobungsstufenkonferenz mit Grundschullehrern:
In diesen Konferenzen wird über die Entwicklung eines jeden Schülers in seinem Arbeits- und Sozialverhalten gesprochen. Unser langfristiges Ziel ist es, allgemeine Konferenzen zwischen Realschullehrern und Grundschullehrern durchzuführen. Die Grundschulen sollen angeregt werden, die weiterführenden Schulen über ihre Arbeit zu informieren, besonders im Hinblick auf Methoden
Klassenarbeiten
fachliche Fertigkeiten
soziale Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung
Selbstständigkeit
Ausdauer/Konzentration usw.
Informationsaustausch über verhaltensauffällige Schüler.

Förderunterricht im Fach Deutsch

Sicherer Umgang mit der Rechtschreibung, Verbesserung der Lesefähigkeit, Abschreiben ohne Fehler, Nachschlagen im Duden — Ziele, die der LRS-Förderunterricht in kleinen Lerngruppen aus den Klassen 5 und 6 umsetzen möchte.
Grundlage
für den Unterricht ist das Arbeiten mit einer Lernkartei, die nach einer bestimmten Methode zur Einprägung eines Grundwortschatzes dient. Die erlernten Wörter sind Übungsmaterial für Diktate, Lückentexte und Wortspiele.
Als Übungsmaterial erhalten die Schüler auch Arbeitsblätter zu bestimmten Rechtschreibschwierigkeiten.
Methodenwechsel
und kindgerechtes Material sind ebenfalls wichtige Vorraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten.
Richtiges Abschreiben
(Minigeschichten, Rätsel, Jugendbücher) und sinngemäßes lautes Lesen wird mit den Schülern geübt.
Rechtschreibschwache Schüler haben oft auch Konzentrationsprobleme; daher werden auf spielerische Art und Weise Konzentrationsübungen, z.T. auch dazu geeignete gymnastische Übungen angeboten.
Förderunterricht ist für die Schüler eine zusätzliche Stunde im Wochenplan. Daher findet er in aufgelockerter, spielerischer Atmosphäre statt um die Schüler immer wieder zu motivieren. Dazu gehören auch Anerkennung und Lob für kleine Lernerfolge.
Zweistündiger Förderunterricht wäre für Schüler sinnvoll, konnte aber aus schulorganisatorischen Gründen in diesem Schuljahr nicht gewährleistet werden.

Verfahren am Ende der Erprobungsstufe

Ca. 6 Wochen vor Ende des Schuljahres wird im Rahmen einer Klassenkonferenz entschieden, ob ein Schüler für die Schulform Realschule geeignet ist oder ob er einer anderen Schulform zugewiesen wird. Die Klassenkonferenz entscheidet, ob ein Schüler, der die Erprobungsstufe nicht bestanden hat, die Schule verlassen muss oder ob eine Wiederholung möglich ist. Die Eltern werden entsprechend informiert. Die endgültige Entscheidung fällt bei der Versetzungskonferenz der Klassen 6. Die Versetzung in die Klasse 7 bedeutet, dass die Erprobungsstufe erfolgreich absolviert wurde. Eine Empfehlung für einen Schulwechsel kann trotzdem gegeben werden. Auf dem Halbjahreszeugnis erscheint ggf. eine Bemerkung über die Gefahr des Nichtbestehens der Erprobungsstufe.

Besondere Projekte

Umwelterziehung / Themenwoche „Umwelt“

Umwelterziehung soll möglichst früh beginnen und als Unterrichtsprinzip durchgängig in allen Klassenstufen berücksichtigt werden
Schwerpunkte können exemplarisch in unterschiedlichen Bereichen gesetzt werden, z.B. „Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen Luft, Wasser und Boden“,           „Energie“, „Abfall“, „Verkehr“ oder „Natur- und Artenschutz“
Projekt zur Umwelterziehung in Jahrgangsstufe 6
Ziele der Projektarbeit in Klasse 6:
Erlebnisbezogenes Erkunden der Umwelt, Erfassen der Natur mit allen Sinnen, emotionaler Zugang zur Natur, Sensibilisieren für den sorgsamen Umgang mit           der Umwelt als Beitrag zur Schaffung von Umweltbewußtsein ( Die Behandlung von Umweltbelastung oder Umweltproblemen sollte vermieden werden, Negativszenarien erzeugen in dieser Altersstufe eher Angst Abwehr und Frust wegen der eigenen Hilflosigkeit. )
Ein Aktionstag soll Möglichkeiten zur Umwelterkundung bieten. Folgende Ziele wurden bereits aufgesucht:

Bioland-Hof Schulte Walter in Elte – „ Landwirtschaft im Einklang mit der Natur“
NaturZoo Rheine – „Der Zoo als Arche Noah“
Tierheim Rote Erde in St. Arnold – „Wenn das Wunschtier lästig wird“
Bentheimer Forst –  „Waldlehrpfad und Führung im Bentheimer Forst“
Lernort Natur in Hauenhorst – „Mit dem Jäger im Revier“
Naturschutzgebiet Waldhügel – „Nutz und Schutz durch den Menschen“

Fächerübergreifender Unterricht zum Thema Umwelt v.a. in den Fächern Biologie, Erdkunde, Physik, Deutsch, Religion, Musik und Kunst
Leitmotiv: „ Letztlich werden wir nur erhalten, was wir lieben. Wir lieben nur, was wir kennen. Wir kennen aber nur, was wir selber gesehen haben.“ (Baba Dioum)

Verkehrserziehung…

….ist eine Erziehung zur Sicherheit und verantwortungsbewussten Mobilität.
In den letzten Jahren ist ein stetiger Anstieg der Verkehrsunfälle von jungen Fahranfängern – sei es mit dem Fahrrad oder mit dem Kraftfahrzeug – zu ver­zeichnen. Schwere, auch tödliche Verletzungen sind dabei immer häufiger zu beklagen.
Diese erschreckende Tatsache stellt auch unsere Schule vor eine wichtige Aufgabe. Wir müssen uns um eine Verkehrserziehung bemühen, die einerseits unsere Schüler zu einem sicheren Verhalten auf unseren Straßen befähigt, andererseits aber auch auf ein Umdenken zu einem kindgerechten Straßenverkehr hinarbeitet.
Das verkehrsgerechte Fahrrad und sichere Radfahrer(innen) sind die Schwerpunkte unserer Arbeit in den unteren Jahrgangsstufen. Mit regelmäßigen Fahrradkontrollen und Mängelmitteilungen an die Eltern wollen wir einer häufigen Unfallursache entgegenwirken. Am Ende der 5. Klasse bildet ein Aktionstag rund um das Fahrrad, u.a. mit Sehtest und Geschicklichkeits-Parcours, einen Schwerpunkt unserer Verkehrserziehung.
In den oberen Jahrgangsstufen werden gemäß der Empfehlung der KM­Konferenz von 1994 im Rahmen einer erweiterten Mobilitätserziehung soziale, ökologische und gesundheitliche Aspekte fächerübergreifend thematisiert.